Wir wollten endlich mal ein wenig Kultur erleben und hatten uns einen Ausflug zu einer der wichtigsten altertümlichen Anlagen organisiert, nach Chichén Itzá.
Wir freuten uns sehr auf diesen Tag und hatten eigentlich auch ein gutes Gefühl, dass die Organisation der Tour in kompetenten Händen liegt, da wir bei jemandem gebucht hatten, mit dem unsere Schule zusammen arbeitet.
Am 26.12. um 8.00 Uhr wurden wir acht Personen mit einem wirklich guten Kleinbus abgeholt. Viel Platz war wichtig, weil die Fahrt in eine Richtung über zwei Stunden dauern würde. Unterwegs hielten wir an und der Guide aus dem zweiten Bus kam rüber, um uns etwas über das Gebäude zu erzählen, vor dem wir gerade standen: ein Tempel (sieht aus wie eine verfallene Kirche) und daneben der Zugang zu einem Gebiet, in dem die Maya noch komplett abgeschieden leben, ohne Strom, ohne Spanischkenntnisse, ohne Schule,… Ich muss schon sagen: es war eine Herausforderung, denn der Guide erzählte alles auf Spanisch. War ganz witzig: als wir weiter fuhren, warfen wir alles, was wir verstanden hatten, zusammen, sodass wir seine Infos tatsächlich komplett erfassten.
Ähm – Aussteigen war hier übrigens nicht vorgesehen…
Der nächste Stopp war ein riesiger Souvenirshop. Weit und breit nix, nur dieser Laden – und hier standen Unmengen von unseren Kleinbussen, aber auch ein paar große Reisebusse. Natürlich wollten wir nichts kaufen und fanden uns nach einem kurzen WC-Besuch wieder demonstrativ an den Bussen ein. Wer aber für die nächste halbe Stunde nicht auftauchte waren unsere Fahrer. Da waren wir schon etwas genervt, denn wir wollten möglichst viel Zeit in Chichén Itzá haben.
Der nächste Stopp war eine Cenote, in der man hätte schwimmen können - wenn da nicht auch zig Reisebusse ihre Passagiere ausgeschüttet hätten. Also absolute Überfüllung und außerdem Stress, denn nach 30 Minuten mussten man wieder im Bus sitzen.
Als nächstes: Mittagessen. „In 35 Minuten fahren wir weiter“… Na dann guten Appetit. Das Essen war so lala, aber man hatte uns schon vorgewarnt. Bei dem Restaurant handelt es sich um eine „Anlage“ die extra nur für die durchreisenden Busse errichtet wurde und es könnten viele hundert Menschen gleichzeitig an den Tischen Platz finden. Wie sie das dann mit dem Essen machen wollen, das weiß ich nicht. War also nicht so schön, aber egal, das Highlight stand kurz bevor. Pünktlich nach 35 Minuten waren wir an den Bussen. Das heißt: wir Gäste waren da, nicht aber die Fahrer. Mexiko halt…
Dann endlich! Chichén Itzá! Wir sind da!
Und nicht nur wir. Es war so ein Ansturm, dass wir nicht mal in die Nähe der Parkplätze kamen. Also Aussteigen und Laufen. Gnädigerweise verlängerte unser Guide unseren Aufenthalt um eine halbe Stunde, aber was soll man mit zwei Stunden auf so einem grandiosen und riesengroßen Gelände?! Okay, besser als nix, also dem Guide nach und seinen Infos lauschen. Er sprach Englisch, aber es war genau so schwer zu verstehen wie sein Spanisch zuvor. Nach 45 Minuten entließ er uns in die Freiheit, die wir nutzten, indem wir - mit meinem dicken Reiseführer ausgerüstet - über das Gelände hasteten und versuchten, uns das wichtigste anzusehen. War schwer, denn es waren mehr Menschen da als alte Steine… Und so was habe ich auch noch nie gesehen: dass man IN den Anlagen erlaubt, dass sich ein Souvenirhändler neben dem anderen mit seinem Stand aufbaut. Ich denke, dass der überwiegende Teil aller Wege mit Händlern gesäumt war. Das war wirklich unglaublich!
Beeindruckend waren natürlich auch die Größe der Anlage und die Menge der noch bzw. wieder stehenden Bauten. Und die Präzision, in der die Menschen damals ihre Gebäude an den Himmelserscheinungen und dem Kalender ausrichteten!
Schade, schade, dass wir unter solchen Umständen da waren.
Pünktlich versammelten wir uns am Ausgang und – oh Wunder – auch unser Guide und die Fahrer samt Autos waren da. Eigentlich wollten wir noch in der Stätte bleiben oder nach Hause fahren, aber der Weg führte uns nach Valladolid. Ein kleines Städtchen, das sehr schön sein soll, wobei ich schon nach meinem Besuch im April nicht verstanden habe, warum die Reiseführer diese Stadt so empfehlen. Naja, gesagt, getan. Kurze Fahrt und mal wieder die Ansage:„in 20 Minuten wieder im Bus“. An einem Stand, 10 Meter vom Auto entfernt, kauften wir uns sehr „interessante“ Crepes (mit Käse) und warteten dann nur noch auf die Abfahrt.
Nach über zwei Stunden kamen wir ausgehungert in Playa an und gingen postwendend in eine Pizzeria. Richtig gut war der Tag nicht, aber immerhin: wir waren am Ort eines Weltwunders und Weltkulturerbes J
Ein paar Bilder und Infos über Chichén Itzá folgen…